Meldungen an die Tierseuchenkasse 2010

Die Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz hat Ende 2009 die Meldebögen für die Tierbestandsmeldung zur Beitragsveranlagung an alle ihr bekannten Schweine-, Schaf- und Ziegenhalter verschicken lassen.
Die Tierseuchenkasse fordert alle betroffenen Tierhalter dazu auf, Ihrer Pflicht nach dem Landestierseuchengesetz nachzukommen und die am 01.01.2010 (Stichtag) im Bestand befindlichen beitragspflichtigen Tiere mit dem Meldebogen oder Online im Internet zu melden.

Erfolgt die Meldung nicht bis zum 15. Februar 2010, werden die Tierzahlen von 2009 für die Beitragsrechnung übernommen. Erfahrungsgemäß sind diese Zahlen oft nicht aktuell, so dass es im Leistungsfall zu Kürzungen wegen zu geringer Beitragszahlung kommt.
Haben Schweine-, Schaf- oder Ziegenhalter keinen Meldebogen erhalten, sind sie trotzdem meldepflichtig und müssen sich mit der Tierseuchenkasse direkt in Verbindung setzen.
Die ebenfalls verpflichtende Anzeige jedes Tierbestandes bei der zuständigen Kreisverwaltung oder in kreisfreien Städten bei der Stadtverwaltung und beim Landeskontrollverband (HIT-Registrierung/HIT-Stichtagsmeldung) ersetzt nicht die Meldung zur Tierseuchenkasse.

Die Rinderzahlen werden von der Tierseuchenkasse aus dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) übernommen. Hier hat jeder Tierhalter dafür Sorge zu tragen, dass die Angaben am Stichtag 01. Januar 2010 im HIT stimmen.
In seltenen Fällen müssen auch Rinderhalter ihre Tiere direkt bei der Tierseuchenkasse melden:
- Wenn sie bis zum 01. Mai 2010 keine Beitragsrechnung der Tierseuchenkasse erhalten haben
oder
- Wenn sie erst nach dem 01. Januar Rinder im Betrieb aufstellen.
- aus gegebenem Anlass wird hiermit besonders darauf hingewiesen, dass Rinderhalter der Tierseuchenkasse zu melden haben, wenn sie Pferde, Schafe, Ziegen oder Schweine, und sei es zu Hobbyzwecken, halten.
Rinderhalter, die die Beitragsreduktion wegen BHV1-Freiheit ihres Bestandes erhalten wollen, sollen ihre Freiheitsbescheinigungen nicht an die Tierseuchenkasse schicken, sondern sich bei den Kreisverwaltungen versichern, dass sie von dort als BHV-1-frei an die Tierseuchenkasse gemeldet werden.

Für Pferde und Bienenvölker muss derzeit kein Tierseuchenkassenbeitrag entrichtet werden. Dennoch sind auch Pferde- und Bienenhalter zur Registrierung Ihrer Bestände bei der Tierseuchenkasse gesetzlich verpflichtet.
Pferdehalter, die 2010 nicht bei der Tierseuchenkasse gemeldet sind, können keine Leistungen auf Kosten der Kasse in Anspruch nehmen, das heißt, dass auch Tierkörperbeseitungskosten 2010 weiter nur für registrierte Tierhalter von der Tierseuchenkasse übernommen werden.
Frühere Beitragszahlungen von Pferdehaltern an die Verbandsgemeinden garantieren nicht die Registrierung bei der jetzigen Verwaltung der Tierseuchenkasse.
Im Zweifelsfall sollten sich Pferdehalter mit der Kasse in Verbindung setzen.

 

Blauzungenimpfung 2010

Die Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz hält die Impfung weiterhin für das entscheidende Instrument zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit. Sie hat deshalb in ihrer Vertreterversammlung am 11.11.2009 einstimmig dafür votiert, weiter gemäß ihrer Beihilfesatzung die Imfpung zu unterstützen. Nachdem das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschautz nun dankenswerterweise zugesichert hat, sich zu 50 % an der Beihilfe für 2010 zu beteiligen, steht dieser nichts mehr entgegen.

Vorgehen bei der Blauzungenimpfung 2010:

  • Der Impfstoff ist von jeder Praxis selbst zu beziehen und in Rechnung zu stellen.
  • Die Tierseuchenkasse zahlt für BT-Impfungen 2010 eine Beihilfe von 1,00 Euro pro Impfung pro Rind und 0,75 Euro pro Impfung pro Schaf und Ziege.
  • Die Beihilfezahlung erfolgt 2010 ohne Fristsetzung für bis zu 2 Impfungen pro Rind (bei Grundimmunisierung) und für eine Impfung pro Schaf und Ziege.
  • Die Beihilfezahlung erfolgt nur für Impfungen, die ins HIT eingetragen sind.
  • Eine gesonderte Antragstellung für die Impfbeihilfe ist nicht erforderlich.
  • Die Beihilfeauszahlung erfolgt ca. alle 3 Monate aufgrund der HIT-Abfrage durch die Tierseuchenkasse.
  • Die Abrechnung der Impfung durch die Tierarztpraxis erfolgt direkt mit dem Tierhalter, nicht mehr über die Landestierärztekammer.
  • Bei der Rechnungsstellung ist die Beihilfe in Abzug zu bringen.
  • Die Landestierärztekammer empfiehlt die Orientierung an den Impfgebühren der Jahre 2008 und 2009.
Da es sich bei der BT-Impfung nicht mehr um eine angeordnete Maßnahme der Tierseuchenbekämpfung handelt, werden Impfschäden nicht mehr von der Tierseuchenkasse entschädigt.
Auch Tierverluste durch die Blauzungenkrankheit sind nicht mehr entschädigungsfähig, da für jeden Betrieb mit der Impfung ein wirksames Mittel zur Seuchenbekämpfung und Schadensvermeidung zur Verfügung steht. Tötungsanordnungen als Voraussetzungen für eine Entschädigung sind zur Verhinderung der Seuchenausbreitung nicht mehr erforderlich und werden nicht mehr erlassen.
 
 

BVD-Bekämpfung 2010

2011 tritt die Bundesverordnung zur BVD-Bekämpfung in Kraft. Dann wird der Handel weitgehend nur noch mit BVD-unverdächtigen Rindern möglich sein.
Der Landeskontrollverband hat an seine Mitglieder bereits die neuen Ohrmarkenzangen zur Gewebeprobengewinnung beim Ohrmarkeneinziehen ausgegeben. Die sog. Stanzohrmarken sind ebenfalls bereits verfügbar, und das Labor des Landesuntersuchungsamtes in Koblenz hat einen baldigen Beginn der Gewebeprobenuntersuchung auf BVD-Antigen zugesichert.
In welcher Form und Größenordnung sich die Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz an der Pflichtsanierung beteiligen wird, steht noch nicht fest. Das ist u. a. Beratungsgegenstand eines Ausschusses, in dem auch die Landestierärztekammer mitarbeitet.
 
Für 2010 gilt Folgendes:
Die Tierseuchenkasse übernimmt 70 % der Untersuchungskosten auf BVD im Landesuntersuchungsamt unter der Voraussetzung, dass der betreffende Betrieb dem freiwilligen BVD-Sanierungsverfahren des Rindergesundheitsdienstes am LUA durch schriftliche Erklärung angeschlossen ist.
Mit dem Beitritt zum Verfahren verpflichtet sich der Tierhalter allerdings, konsequent Untersuchungen an mindestens allen weiblichen Kälbern durchzuführen und ermittelte Virusdauerausscheider umgehend aus dem Betrieb zu entfernen.
 
 
 

  

 

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